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Als Referentin des Geschäftsführenden Vorstandes bearbeitet Lena Moritz die Themen Entwicklung, Evaluierung und Monitoring. Vor Greenpeace hat sie für ein Big 4-Wirtschaftsprüfungsunternehmen im Bereich Audit Corporate gearbeitet und die Jahresabschlüsse von internationalen Konzernen und deutschen Unternehmen geprüft. Sie hat ein duales Bachelorstudium in Hamburg und Hongkong und anschließend ein Masterstudium in Lissabon absolviert.

Wie bist du zu Greenpeace gekommen?

„Wir verbringen im Durchschnitt 1.600 Stunden pro Jahr „auf der Arbeit“. Für mich ist klar: Wenn ich so viel von meiner Zeit in eine Sache stecke, muss diese meinen persönlichen Werten und Zukunftsvisionen entsprechen. Außerdem möchte ich, dass in dieser Zeit etwas entsteht, das nicht nur mir zugutekommt (wie zum Beispiel ein hohes Gehalt), sondern es soll für alle Menschen etwas Positives bewirkt werden. Sonst macht es einfach keinen Sinn. Mein vorheriger Job in der Wirtschaftsprüfung war spannend und ich konnte unglaublich viel lernen. Das merkte ich jeden Tag in meinem beruflichen Alltag. Darüber hinaus habe ich jedoch sehr selten Selbstwirksamkeit in den Bereichen erfahren, die mir wirklich am Herzen liegen. Mit anderen Worten: Bilanzen prüfen kann hoch komplex und spannend sein, ist aber nichts, das mich persönlich auf Dauer erfüllen kann. Zum Glück bin ich bei Greenpeace gelandet, denn hier bin ich nicht nur in vielerlei Hinsicht selbstwirksam, ich bin auch unter gleichgesinnten Menschen, mit denen ich gern 1.600 Stunden pro Jahr verbringe, um in jeder Stunde die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Und wer kann das schon von der eigenen Arbeit sagen?"

Was macht die Arbeit bei Greenpeace aus deiner Sicht besonders? 

„Die Arbeit bei Greenpeace ist insofern besonders, als dass wir zu vielen spezifischen Themen arbeiten und daher ganz unterschiedliche Menschen mit sehr diversen Fähigkeiten unter einem Dach vereinen. Dadurch kann ich regelmäßig neue Charaktere kennenlernen, mich in Perspektivwechseln üben und verstehen, wieso bei Greenpeace vieles anders ist, als in einem klassischen Wirtschaftsunternehmen. Gleichzeitig bin ich in der Lage, meine eigenen Fähigkeiten und Denkanstöße zu teilen und mich bei vielen Entscheidungen aktiv einzubringen. Das ist für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, die viele kreative Ideen und Visionen weckt. Das macht einfach Spaß. Außerdem genieße ich es sehr, jeden Tag von Menschen umgeben zu sein, die nicht nur die gleichen Werte wie ich teilen, sondern auch ein offenes Ohr haben, wenn es mal nicht so gut läuft, die nie aufgeben und mir unglaublich viel Hoffnung für die Zukunft schenken.“

Gibt es ein Erlebnis oder Ereignis, was dir aus deiner bisherigen Zeit in der Organisation besonders im Gedächtnis geblieben ist? 

„Es gibt Veranstaltungen, die mir lange im Gedächtnis bleiben: die Abschiedsfeiern von langjährigen Greenpeace-Mitarbeiter:innen. Wenn diese Menschen von Jahrzehnten berichten, die sie bei Greenpeace vollbracht haben - geprägt von unglaublichen Kampagnen, kreativen Ideen, beispiellosem Zusammenhalt und vor allem, wie sie die Zuversicht nie aufgegeben haben, erfüllt mich das jedes Mal mit Hoffnung. Es ist toll, von und mit diesen Menschen lernen zu können und dadurch unser aller Zukunft mitzugestalten.“

Wie sieht bei dir ein „typischer“ Arbeitstag aus?

„Mein typischer Tag startet mit einer Yogaeinheit. Danach geht’s entlang des Hamburger Hafens mit dem Fahrrad ins Büro. Dort angekommen, stehen meist einige Meetings im Kalender, zwischendrin bleibt aber immer noch genug Zeit, um mit meinen Lieblingskolleg:innen zu quatschen, einen Kaffee zu trinken oder ein paar Minuten an der Elbe zu spazieren. Mein absolutes Highlight ist es, wenn ich zwischen all den Terminen und meinen täglichen Aufgaben kurz innehalte und merke, dass wir als gesamte Organisation immer wieder kleine oder große Erfolge erzielen können. Das gibt Energie und Mut.“

Welche Klischees über Greenpeace haben sich als richtig oder falsch herausgestellt?

"Es gibt drei Vorurteile, die ich mir von anderen Personen angehört habe, bevor ich hergewechselt bin: 1.) In NGOs gibt es nicht die gleichen beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten wie in der Wirtschaft. 2.) Aktivismus und direkte Aktionen haben keine Wirkung. 3.) Greenpeace hat von Wirtschafts- und Finanzzusammenhängen keine Ahnung und stellt unmögliche Forderungen auf. Surprise: Stimmt alles nicht. 😊"